Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Aufruf vom Antifa Stammtisch München

Am 8. Mai auf die Straße!

Am 8. Mai erinnern wir an die Befreiung vom deutschen Faschismus. Wir gedenken der Millionen Ermordeten, der Verfolgten und derjenigen, die Widerstand geleistet haben. Wir erinnern mahnend an die Verbrechen des deutschen Faschismus, an Krieg und Vernichtung. Wir gedenken der Partisan:innen und Sowjetsoldat:innen, die unter großen Opfern den Faschismus niedergerungen haben.

„Wir alle dürfen nicht rasten und nicht ruhen, bis der Faschismus, der blutige Unterdrückung, Terror, Hunger und Krieg im Gefolge hat, zerschmettert am Boden liegen wird.“ – Clara Zetkin

Damals, wie heute: Der Faschismus fällt nicht vom Himmel.

Die Rechten sind mitsamt den faschistischen Kräften auf dem Vormarsch. Sie etablieren ihre Strukturen und bauen ihre Basis täglich weiter aus, den Brandmauern und juristischen Debatten zum Trotz. Rassistische Stimmungsmache gehört im Jahr 2026 genauso zum Alltag, wie die Angriffe der Arbeitgeber:innenverbände und Spitzenpolitiker:innen auf die Errungenschaften der Gewerkschaftsbewegung. Staatliche Gewalt, welche ein System des Rassismus etabliert und zuspitzt, wird großteilig stillschweigend hingenommen oder an anderer Stelle mit dem Polizeiknüppel durchgesetzt. Rechte Straßengewalt ist allgegenwärtig und soll uns einschüchtern. Wir sollen Schweigen. Schweigen über die uns erdrückende Wut. Eine Wut auf die, welche unsere Zukunft in Frage stellen. Eine Wut auf die rassistischen Sprüche auf der Arbeit, die Angriffe auf dem Weg zu CSDs, die Drohungen vor weiterem Terror gegen migrantische Gemeinschaften. Die Erfolge der AfD sind ein Ausdruck dessen, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist. Lächerlich sind ihre Lügen, sie seien die Opposition in diesem Land. Führen sie uns lediglich eines vor Augen: Die Gewalt der herrschenden Zustände und ihrer Verwalter:innen. Die Gefahr für uns und andere zwingt uns zum Handeln! Passiv bleiben, bedeutet die Rechten zu einer Herrschaftsoption werden zu lassen. Wenngleich die Faschist:innen es ernstmeinen und verlauten: ‘Wir stehen bereit – wir etablieren den Faschismus’. Ihre Herrschaft beginnt nicht zufällig, sondern dann, wenn die Kapitalist:innen in der Krise nach neuen Vollstrecker:innen suchen und den Rattenfänger:innen die Macht übertragen.

Wochen, in denen Jahrzehnte passieren.

Unsere Gesellschaft ist nach den Interessen der Kapitalist:innen organisiert. Produziert wird nicht für die Bedürfnisse aller Menschen, sondern für den Profit einiger weniger. Wir – die große Mehrheit – leisten dafür gemeinsam die Arbeit, die Kontrolle über den gesellschaftlichen Reichtum haben wir aber nicht in der Hand. Während die Beschäftigten höhere Löhne und sichere Arbeitsverhältnisse wollen, sehen die Kapitalist:innen nur Kosten, die es zu minimieren gilt. In stabileren Phasen kann diese Produktionsweise gut durch die bürgerliche Demokratie verwaltet werden. Viele lohnabhängige Menschen gehen zur Arbeit, zahlen ihre Miete, erledigen ihren Alltag und kommen irgendwie über die Runden. Das Ausbeutungsverhältnis kaschiert durch Brot & Spiele sowie gelegentliche Gewinnbeteiligungen. Natürlich gibt es selbst das nicht geschenkt, sondern musste durch Kämpfe den Chefs und ihren Verbänden abgerungen werden. Die harten Auseinandersetzungen, in denen unsere Klasse den Bossen größere Zugeständnisse abringen konnte, liegen jedoch bereits viele Generationen zurück. Die Ausbeutung geht seinen Weg, während die Massen durch die bürgerliche Propaganda davon überzeugt werden, dass diese Art zu leben alternativlos sei und der menschlichen Natur entspreche. Die Massen verharren in Schweigen, wo sich längst ein Sturm erheben könnte.

In der Krise verändert sich das. Wenn Einkäufe und Miete immer teurer werden, während der Lohn stagniert, wenn Konzerne Gewinne machen, sich Manager: Boni auszahlen und gleichzeitig tausende Arbeitsplätze gestrichen werden, merken immer mehr arbeitende Menschen, dass diese Gesellschaft nicht nach ihren Interessen organisiert ist. Die Widersprüche werden im Alltag direkt spürbar, und das Vertrauen in die bestehenden Verhältnisse beginnt zu bröckeln. Wenn die Krise sich zuspitzt und die parlamentarische Demokratie die Ordnung nicht mehr zuverlässig sichern kann, geht es für die herrschende Klasse ans Eingemachte.

Wir brauchen den Frieden, der Frieden braucht den Klassenkampf.

Der Kapitalismus, in dem wir leben, ist ein imperialistischer – ein Stadium, in dem die Aufteilung der Welt bereits abgeschlossen ist und eine Neuordnung der Einflusssphären immer auch Konflikt bedeutet: einerseits zwischen den imperialistischen Staaten, andererseits zwischen unterdrückenden und unterdrückten Nationen und Völkern. Das im Imperialismus notwendige Ringen um Märkte, Rohstoffe und wirtschaftlichen Einfluss treibt weltweit kriegerische Konflikte an. Mit jedem Tag zeichnet sich schärfer ab: die NATO ist bereit ihren Platz an der Sonne militärisch zu sichern. Für unsere Klassengeschwister der unterdrückten Völker bedeutet das Leid, Vertreibung und Tod. Es ist nichts Neues. In diesen Kriegen werden die Interessen von Banken und Großkonzernen vertreten, während die Bevölkerung darunter leidet – sei es an der Front oder im ‘Schutz’ der eigenen Landesgrenzen. Egal ob Niederlage oder Sieg, wir als Arbeiter:innen können im Krieg nur verlieren. Deutschland kann als imperialistische Nation keinen Krieg führen, der unseren Interessen dient. Die Aufrüstungshysterie wird mit Sozialabbau bezahlt, während unsere Kolleg:innen die Militarisierung praktisch umsetzen sollen. Doch wer den Apparat trägt, kann ihn auch lahmlegen – darin liegt unsere eigentliche Stärke begraben.

Wie die Geschichte verläuft, ist nicht festgeschrieben.

Ob wieder ein Krieg von deutschem Boden ausgeht, ob der Faschismus zur Wirklichkeit wird, hängt davon ab, ob wir als Arbeiterklasse entschlossen handeln. Für uns heißt das, den Aufbau faschistischer Organisationen zu verhindern und sie zurückzudrängen. Ihnen Räume zu nehmen und klarzumachen: Faschist:in zu sein heißt, Probleme zu kriegen. Gleichzeitig sehen wir es als unsere Aufgabe, gegen die Vorbereitung neuer Kriege zu streiken.

Damit stehen wir nicht allein. In Italien blockierten Hafenarbeiter:innen in Genua Waffenlieferungen. In Griechenland streiken Arbeiter:innen gegen Kürzungspläne und die Vertuschung von Mängeln im öffentlichen Sektor. In den USA organisieren sich einzelne Nachbarschaften selbst im Widerstand gegen die Abschiebebehörde ICE. In Palästina wehrt sich ein widerständiges Volk gegen die Siedlerpolitik der Imperialisten. Doch nicht nur international ist diese Entwicklung zu beobachten. Auch hier werden schon seit Monaten tausende Schüler:innen gegen die neue Wehrpflicht aktiv und streiken bundesweit – mit der Unterstützung von Arbeiter:innen und Studierenden, um sich der Wehrpflicht sowie der Militarisierung zu widersetzen. Gleichzeitig stellen sich täglich Menschen der rechten Raumnahme entgegen, ob im Betrieb oder auf der Straße. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Teil dieser Kämpfe zu sein und die gemeinsamen Interessen der Arbeiter:klasse sichtbar zu machen.

In den alltäglichen Kämpfen streiten wir für soziale Politik statt für Milliardenprofite der Rüstungsindustrie. Und genau in solchen Kontexten, in denen wir uns als Klasse organisieren und uns lautstark der Musterung der Jugend entgegenstellen, ist die faschistische Bewegung ein dienliches Werkzeug der herrschenden Ordnung. Durch die Verhetzung der Massen in Form von Antisemitismus, Rassismus, Frauen- und Queerfeindlichkeit wird unsere Klasse weiter gespalten. Unmut über die Krisenerfahrungen wird umgelenkt auf Sündenböcke im In- und Ausland. Propaganda, welche Repressionen, Deportationen und Kriege als unausweichlich und notwendig darstellt.

Faschismus und Krieg lassen sich nicht dauerhaft verhindern, solange ihre Ursache bestehen bleibt. Solange die Produktion nach den Interessen unserer Chefs organisiert ist, werden Krieg und terroristische Herrschaft immer wieder als Mittel eingesetzt werden, um diese Ordnung zu sichern.

Faschismus und Krieg stehen nicht außerhalb dieses Systems, sondern gehören zu den Möglichkeiten, mit denen diese Ordnung sich erhält.

Eine Gesellschaft, in der nicht Profit, sondern die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen, kann nur mit einem Umbau der Produktionsverhältnisse beginnen.

Genau mit dieser Intention wollen wir am 8. Mai gedenken:

Wir wollen daran erinnern, wie bereits zweimal der deutsche Imperialismus einen Weltkrieg vom Zaun brach und seine Interessen mordend und auf dem Rücken der internationalen Arbeiterklasse durchzusetzen versuchte.

Wir wollen daran erinnern, wie die NSDAP durch die Unterstützung der Kapitalist:innen an die Macht kam.

Wir wollen daran erinnern, wie Terrorherrschaft, Zerschlagung der Arbeiterbewegung und die systematische Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden ihren Ursprung in den bürgerlichen Verhältnissen haben und diese Gefahr bis heute nicht gebannt ist.

Lasst uns deswegen alle zusammen am 8. Mai auf der Straße laut sein – für die Erinnerung an unsere Geschichte und dafür, dass die Ermordeten von gestern uns eine Lehre für heute sind.

Dank euch, ihr Sowjetsoldaten! Euretwegen können wir unsere gemeinsame Losung Wirklichkeit werden lassen. Lasst uns die Aufgabe gemeinsam annehmen! Kommt zum 8. Mai!

NIE WIEDER KRIEG! NIE WIEDER FASCHISMUS!

8. Mai – Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! – Ausflug in die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 10. Mai organisiert der Antifa Stammtisch mit dem 8.Mai-Bündnis einen Gedenkausflug nach Dachau. Dort werden wir von einem erfahrenen Bildungsreferenten durch die KZ-Gedenkstätte geleitet. Nehmt gerne eure Bekannten und Freund:innen mit.
Los geht es um 10 Uhr! Treffpunkt ist vor dem Eingang zur Gedenkstätte.
Nie wieder Krieg!
Nie wieder Faschismus!

Antifa Bildungsabend

Ob in der Presse, auf Social-Media oder auf Demos: Der Begriff „Faschismus“ ist allgegenwärtig und wird viel diskutiert. Dabei wird der Begriff gerne inflationär genutzt und was genau damit gemeint wird, ist oft nicht klar. Wir möchten mit unserem nächsten Bildungsabend Abhilfe schaffen und uns der Frage des Faschismus inhaltlich nähern. An diesem werden wir uns gemeinsam mit der Funktion faschistischer Bewegungen beschäftigen. Was ist die Klassenbasis faschistischer Bewegungen? Welche Funktion erfüllen die Faschisten für die Herrschenden? Und was haben wir als Arbeiter:innen dem entgegenzusetzen? Mit diesen Fragen wollen wir uns am kommenden Dienstag, 14. April um 19 Uhr im Eine-Welt-Haus auseinandersetzen. Wir freuen uns auf euch und eure Beiträge!

Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer diesjährigen 8. Mai Kampagne statt. Infos dazu folgen bald auf Instagram und unserer Website!

Antifa Stammtisch Bildungsabend am 17.03.

Antifaschisitsche Strategie & Taktik auf dem Prüfstand – heute: Widersetzen
Ersatztermin weil der Abend schon einmal ausgefallen ist!

Wäre heute Bundestagswahl, wäre nach den meisten aktuellen Umfragen die AfD zweitstärkste Kraft. Die Frage einer tatsächlichen Regierungsbeteiligung ist mehr eine Frage der Zeit als eine Frage der Möglichkeit. Der AfD ist es gelungen sich in großen Teilen unserer Klasse als Opposition zu den bestehenden Verhältnissen zu inszenieren. Die aktuelle Regierungspolitik der selbsternannten Mitte mit Klassenkampf von Oben, mit Sozialkürzungen inklusive klassenfeintlicher Rhetorik und Kriegsgeheul verstärkt dieses Schauspiel. 

Es drängt sich also die Frage auf, wie wir die Zeit, die noch bleibt und mit unseren begrenzten Resourcen am besten nutzen, um den Rechtsruck wieder zurück zu drängen.

Widersetzen hat das für sich entschieden. Seit der Gründung des Aktionsbündnisses 2024 organisieren sie symbolische Massenproteste rund um große AfD-Parteitage. Beeindruckend viele Menschen beteiligen sich an den Aktionen. Die Aktivist:innen schaffen es einzelne Anreiserouten zu blockieren und Veranstaltungen zu verzögern. Aber selbst wenn es gelingt die Parteitage zu blockieren, reicht das aus die AfD und den Rechtsruck aufzuhalten? Oder geht es nicht schon längst um mehr?

Wir wollen uns einen Abend Zeit nehmen um gemeinsam über Ziele und Strategie von Widersetzen zu sprechen. Und zu überlegen, in welchem Verhältnis diese zu dem stehen, was wir in den aktuellen Zeiten als Ansatzpunkte im antifaschistischen Kampf für notwendig erachten.

Sozialabbau, Überwachung & Rassismus! Die Rechten profitieren! Ein Kommentar (+ Materialien) zur Kommunalwahl ’26

Am 8. März 2026 finden in Bayern – und damit auch in München – Kommunalwahlen statt. Hier werden Bürgermeister:innen und Stadtrat gewählt. Diese Entscheidungsträger:innen beeinflussen die Verwaltung unserer Stadt – von Wohnraum über Bildung, soziale und gesundheitliche Versorgung bis hin zu öffentlichen Sicherheit, Infrastruktur und Kulturangeboten.

In ihrer Wahlpropaganda versprechen alle Parteien für uns – die Stadtbevölkerung und Arbeitnehmer:innen – Verbesserungen. Aber ihre Taten zeigen anderes: immer härtere Sparmaßnahmen auf unserem Rücken.

Die Auswirkungen sind schon jetzt massiv: München ist unbezahlbar – Wohnraum und Freizeitgestaltung sind Luxusgüter. Bildung und gesundheitliche Versorgung sind oft an den Geldbeutel geknüpft. Soziale Hilfen gibt es wenig, und wenn, dann nur mit ewig langer Wartezeit und bürokratischen Hürden. Für viele ist der Zugang zu Hilfen gar nicht erst möglich. Ohne Geld in der Tasche kommt man nicht weit.

Das wird nicht besser, wie die aktuelle Haushaltsplanung der Stadt München zeigt: Allein im Kulturbereich werden weitere 18 Millionen Euro gekürzt. Im Sozialbereich sogar 44 Millionen Euro. 1150 Stellen der Stadtverwaltung sind komplett gestrichen. Als Ursache für die Haushaltskrise werden die Personalkosten der Stadt benannt – ein Hohn, wenn man bedenkt, wer die Stadt am Laufen hält!

Leiden tun wir – die arbeitnehmende Klasse – wie auch die Schwächsten im System.

Die Hilfen für Geflüchtete sollen nach aktuellen Überlegungen sogar komplett eingefroren werden.

Doch warum ist das so? Der Kapitalismus in der Krise!

Kommunalpolitik funktioniert nicht im luftleeren Raum. Wie der gesamte bürgerliche Parlamentarismus in der BRD, ist auch die Kommunalpolitik an die kapitalistische Gesellschaftsordnung, in der wir leben, gebunden. Sie baut darauf auf, dass die wenigen Reichen immer reicher werden, während die Arbeitenden bis hin zum Maximum ausgebeutet werden. Und für jede – vom Kapitalismus selbst verursachte – Krise müssen wir den Gürtel enger schnallen, nie die Reichen. Jede Entlassungswelle, jeder Lohnverzicht, siehe Kürzungen in sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bereichen sind Umverteilungen von unten nach oben. Gleichzeitig steigen die Vermögen der Reichsten weiter. Dass wir alle im gleichen Boot sitzen, ist eine Lüge!

Was folgt: Militarisierung, Überwachung und Rassismus

Stattdessen setzt die Politik auf Militarisierung und Überwachungnach innen und außen, um uns und die Ausgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens leichter kontrollieren zu können. Kameras überall, vermehrte Fahrkartenkontrollen und mehr Polizei und Sicherheitsdienste. Dabei wären die meisten dieser „Vergehen“ verhinderbar, wenn sich die Menschen das Leben leisten könnten, wenn der ÖPNV kostenlos wäre und soziale Angebote Jugendlichen eine Perspektive bieten. Aber das scheint nicht der Plan der Politik zu sein, und deshalb müssen sie uns stärker überwachen und unterdrücken, damit wir nicht aufmucken.

Durch das Propagieren rassistischer und stigmatisierender Vorurteile treibt die Politik die Spaltung unserer Klasse gezielt voran. Bürgergeldempfänger:innen wird Faulheit vorgeworfen, Krankheitstage als vermeintliches „Urlaub nehmen“ deklariert und Geflüchtete als „Migrationstourist:innen“.

Warum? Weil wer gegeneinander schießt, keine Gemeinsamkeiten erkennen kann und sich nicht zusammenschließen wird, um sich als vereinte Masse gegen die Ungerechtigkeiten des Systems zu wehren.

Der Sozialabbau, die Militarisierung und Überwachung und der Rassismus und die Stigmatisierung einzelner Personengruppen sind strukturelle Antworten eines Systems, das seine Krise auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung austrägt und verhindern will, dass wir uns dagegen zusammenschließen, um uns gegen die Zustände zu wehren.

Die Rechten sind keine Alternative!

Im Fahrwasser dieser Entwicklung profitieren die Rechten und Faschist:innen. Sie nutzen die soziale Unsicherheit, das Versagen des Staates und die Politik der Spaltung durch Sozialdemokratie und Co, um Stimmen und Anhänger:innen zu fangen. Indem sie die Probleme, die dieses System und die regierenden Parteien verursachen, auf Dinge wie die Migrantion abwälzen und ganze Menschengruppen – Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Linke – als Feindbild darstellen.

Was vor wenigen Jahren noch als offen faschistisch galt, wird heute wieder akzeptiert – im Parlament, am Stammtisch, in sozialen Medien und auf der Straße. Eine Stimmung im Land, der Taten folgen: Rassistische Übergriffe, Hetze und organisierte rechte Mobilisierungen steigen rasant an.

Die „AfD“ als reaktionärste der etablierten Parlamentsparteien nimmt hierbei eine besonders wichtige Rolle für sie ein. Sie ist ein Sammelbecken vieler Faschist:innen und Rechten und bewegt sich zwischen rechtspopulistischer und faschistischer Politik und gewinnt in der Zeiten der kapitalistischen Krise immer mehr an Aufwind. Dass die anderen Parteien selbst immer mehr mit Rassismus und Ausgrenzung glänzen, tut den Wahlerfolgen der „AfD“ keinen Abbruch.

Denn um zu wachsen, inszeniert sich die „AfD“ als einzige Partei, die für das „einfache Volk“ einsteht, um gegen die aktuellen Umstände etwas zu tun. Doch Grundlage davon sind reines Lügen: Hinter der Fassade einer „Kümmererpartei“ verfolgt die AfD ebenfalls eine Politik, die in keinem Fall die Interessen der arbeitenden Mehrheit stützt, sondern, wie die anderen Parteien auch, die bestehenden Besitz- und Machtverhältnisse schützt. Sie spricht von „Volksnähe“, stimmt aber stets gegen jeglichen Vorschlag, der Armut lindern, Arbeiter:innenrechte schützen oder Mieten begrenzen würde. Sie behauptet, gegen das Establishment zu kämpfen, steht aber Seite an Seite mit jenen Kräften, die von niedrigen Löhnen, militärischer Aufrüstung, Arbeitsverdichtung, Privatisierungen und Sozialabbau profitieren.

Was nun?

Lassen wir uns nicht durch die rassistischen und nationalistischen Parolen gegeneinander ausspielen. Unsere gemeinsamen Probleme, wie steigende Preise, Wohnungsnot, und Sparpolitik lassen sich nicht durch Ausgrenzung und Hetze lösen. Wer nach oben nur immer „Ja“ sagt und nach unten tritt, ist ohne Rückgrat und Stolz. Wer hofft, dass es einem selber besser geht, nur weil es anderen schlechter geht, wird bald feststellen, dass der Schuss nach hinten losgeht. Nicht zwischen „Deutschen“ und „Nicht-Deutschen“, sondern zwischen Arm und Reich – zwischen Kapitalist:innen und Arbeiter:innen – ist der Widerspruch.

Um tatsächliche Verbesserungen für uns alle zu erwirken zu können, reicht das einfache „Wählen gehen“ also nicht aus.Es reicht auch nicht, nur toleranter oder etwas bunter zu sein. Zwar macht es einen Unterschied, ob eine Partei an der Macht, die offene rassistische Hetze verbreitet, den Sozialabbau noch stärker vorantreibt und Rechte für queere Menschen und Frauen zurücknimmt. Aber auch eine scheinbar fortschrittliche Partei wird in diesem System gefangen bleiben und keine nachhaltigen Reformen durchführen können.

Nehmen wir es also selbst in die Hand und stehen für uns und unsere Interessen ein! Nehmen wir den Rechten den Wind aus den Segeln und über lassen ihnen nicht das Ruder.

Für mehr Klassenkampf von unten und eine solidarische Gesellschaft frei von Profiten und Ausgrenzung!

Kommt deshalb zu unseren nächsten Mobilisierungen und Treffen:

19. Februar: Gedenkdemonstration für die Ermordeten des rassistischen Terroranschlags in Hanau – 19 Uhr – Marienplatz

3. März: Unser nächstes Plenum. – 19 Uhr – Barrio Olga Benario (Schlierseestraße 21, München)

7. März: Gegen den Wahlkampfabschluss der AfD – Ort und Zeit folgen

Und am Wahltag mit uns und vielen anderen zum Internationalen Frauenkampftag auf die Straße.

8. März: Demonstration – 16 Uhr – Marienplatz

Hier findet ihr Plakatvorlagen, die ihr nutzen könnt, um im Stadtbild während des Wahlkampfes zu verschönern und den Text in Slights zum Reposten, sowie als Flyer, um ihn zum Beispiel in eurer Nachbarschaft zu verteilen:

Plakatvorlagen zum Drucken (A3):

Slights für SocialMedia:

Hier ist der Text als Flyer:

Vorderseite:

Rückseite: