Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
Vor 81 Jahren wurde die Terrorherrschaft des deutschen Faschismus besiegt! In Erinnerung an die Millionen Ermordeten, Verfolgten und derjenigen, die Widerstand geleistet haben – und in Mahnung der Notwendigkeit des heutigen Kampfes gegen Rechte, Faschisten und Militarisierung – sind wir am Freitag in München mit rund 350 Antifaschist:innen auf die Straße gegangen.
Die Demonstration war eingebettet in ein diverses Rahmenprogramm. Die Arbeit zum Tag der Befreiung begann vor einigen Wochen, als sich ein Bündnis aus Gewerkschaftsjugenden, antifaschistischen Gruppen und Organisationen diverser Strömungen der Arbeiter:innenbewegung zusammengetan hat, um gemeinsam im Sinne der Einheitsfront den 8.Mai zu gestalten. Diese Vernetzung ist in Zeiten von Krieg, Aufrüstung und Sozialabbau ein notwendiger Schritt, um langfristig aus der Vereinzelung und Schwäche hinauszutreten und die notwendigen Parolen in alle Bereiche unserer Klasse zu tragen. Hier wollen wir auch nach dem 8. Mai anknüpfen.
Der April startete mit einem gut besuchten Antifa-Bildungsabend im „Eine Welt Haus“ zu faschistischen Bewegungen und ihrer Funktion für die bürgerliche Klasse als mögliche Herrschaftsoption. Hier haben wir viel gelernt, unsere eigene Praxis kritisch hinterfragt und sind ins diskutieren gekommen. Für uns ist klar: faschistische Bewegungen handeln objektiv im Sinne der herrschenden Klasse und müssen demnach schon im Aufbau zerschlagen werden. Am 10. Mai besuchen wir gemeinsam mit dem Bündnis die KZ-Gedenkstätte Dachau um gemeinsam mit einem erfahrenen Bildungsreferenten am Ort des NS-Terrors zu gedenken und zusammen zu kommen. Mit den von uns produzierten T-Shirts mit dem Konterfei des Münchner Antifaschisten Hans Beimler werden einige Genoss:innen das Erinnern über den 8. Mai hinaustragen und in ihrem Alltag sichtbar machen.
Der diesjährige 8. Mai selbst begann am Vormittag mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht und Militarisierung. Rund 1.200 Schüler:innen und solidarische Unterstützer:innen zeigten dabei laut und motiviert, dass sie nicht für die Reichen in deren Kriegen sterben werden und lieber eine eigene Zukunft aufbauen! Unser Motto des Tages – Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! – wurde dabei eindrucksvoll in der Praxis verbunden.
Um 18 Uhr trafen wir uns in Giesing für unsere Demonstration wieder. Nach einer Schweigeminute in Erinnerung an die Ermordeten und der Niederlegung von Nelken und Kerzen hörten wir in den Reden der DGB-Jugend, der ver.di-Jugend, SDAJ, dem Internationalen Jugendverein mit DiDF Jugend , dem „Nein zur Wehrpflicht-Bündnis“ und uns, dem Antifa Stammtisch, aus verschiedenen Perspektiven die Bedeutung des Tages für damals und heute.
Auch wenn wir uns über alle freuen die wir gestern mobilisieren konnten und die mit uns auf die Straße gegangen sind, muss gleichzeitig festgestellt werden, dass die politische Arbeit zum 8. Mai in München generell an Bedeutung verloren hat. Vor einigen Jahren organisierten noch mehrere Organisationen und politische Akteure ihre eigene Veranstaltung und so konnte im Gesamten ein nicht irrelevanter Teil der politischen Linken in München mobilisiert werden. Trotz 400 Antifaschist:innen gestern auf der Straße konnten wir es nicht schaffen, all jene die einen Bezug zum Tag der Befreiung haben zu mobilisieren. Obwohl uns gerade dieser Tag einiges für heute lehrt und die notwendig besonders hoch ist, gerät die Erinnerung in Verbindung mit den heutigen Kämpfen in Vergessenheit. Diese Schwäche müssen wir uns eingestehen und reflektieren. Extrem positiv ist die Mobilisierung vieler junger Menschen. Krieg, Krise und Faschismus gehen nicht geräuschlos an der Jugend vorbei. Daran werden wir anknüpfen und unseren Kampf weiter führen!
Alle zusammen gegen den Faschismus!









