
Antifa Stammtisch Plenum am 03. März


Am Wochenende waren wir unterwegs, um die Stadt von der rechter Wahlpropaganda zu befreien, zu verschönern und um zu informieren.
Wollt auch ihr aktiv werden? Ihr findet die Plakatvorlagen und den Flyer auf unserer Website unter: https://asmuc.noblogs.org/post/2026/02/13/sozialabbau-uberwachung-rassismus-die-rechten-profitieren-ein-kommentar-materialien-zu-dem-kommunalwahlen-26/
Außerdem:
Kommt zu unserem nächsten Plenum: 03.03.2026 – 19 Uhr – Barrio Olga Benario (Schlierseestraße 21, München)
Am Samstag, den 07.03.2026, wollen wir der “AfD” ihren Wahlkampfabschluss versauen. beteiligt euch am Protest: 07.03.26 – 12 Uhr – Odeonsplatz
Und am Wahltag zum internationalen Frauenkampftag auf die Straße: So, 08.03.2026 – 16 Uhr – Marienplatz
















Sechs Jahre seit dem rechten Terror in Hanau, sechs Jahre ohne Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – mehr als einen Monat ohne Ibrahim Akkuş.
Mit in der Spitze 500 Menschen haben wir uns heute gemeinsam in München den Ermordeten vom 19. Februar 2020 gedacht, unsere Wut rausgelassen und uns gegenseitig unsere Solidarität und Kollektivität gezeigt. Diese Kollektivität zeigt sich auch in den Organisationen und ihren Redebeiträgen, die an der Demonstration teilnahmen. Die DGB Jugend und der AK Ver.di gegen Rechts verdeutlichten in ihren Rede dass die Spaltung unserer Klasse nicht zwischen vermeintlich “Deutschen” und Nicht-Deutschen”, sondern zwischen unten und oben verläuft und wir in unseren Schulen, Unis und Betrieben gemeinsam gegen Rassismus stehen müssen. Der Internationale Jugendverein und das kurdische Gesellschaftszetrum sprachen über die Auswirkungen von Rassismus. Wir – als Antifaschistischer Stammtisch München – betonten die Notwendigkeit einer dauerhaften und ernsthaften antifaschistischen und antirassistischen Organisierung. Mit Sibel Leyla sprach die Mutter des Ermordeten Can Leyla von der “Initative München OEZ erinnern” und zeigte sehr kämpferisch ihre Wut und Trauer. Waseem rappte am Ende seinen Song “Für immer” in Erinnerung an Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda. Denn dieses Jahr, jährt sich am 22. Juli auch der rechte Terroranschlag auf das Münchner Olympia-Einkaufszentrum zum zehnten Mal. Gerade deshalb war es uns in diesem Jahr besonders wichtig die Kontinuität rechten Terrors zu verdeutlichen. Denn rechter Terror ist kein Einzelfall, sondern kontnuierlich und sein Ursprung liegt im System dieser kapitalistischen Gesellschaftsordnung.
In diesem Jahr werden wir daher auch in den nächsten Monaten besonders dazu arbeiten. Alle gemeinsam wiederholten wir die Namen der zehn Verstorbenen aus Hanau und der neun Ermordeten des Olympia Einkaufszentrum. Wir zeigten unsere Einheit im antifaschistischen Kampf.
Während der Demonstration zeigten Antifaschist:innen zehn leuchtende Gedenkschilder für Gökhan, Sedat, Said, Mercedes, Hamza, Vili Viorel, Fatih, Ferhat, Kaloyan und Ibrahim. Außerdem wurde an einer Brücke mit einem Banner, dessen Inhalt “Erinnern heißt Kämpfen – Von Hanau bis nach München – Gegen rechte Gewalt” ein Zeichen im Stadtbild hinterlassen, welches von Feuerwerk untermalt war.
Am Ende der Demonstration erwartete uns ein Gedenkort mit den Porträts der zehn Verstorbenen und einem aufgehängten Transparent (“In Gedenken an die Opfer rechter Gewalt”), welche Antifaschist:innen im Vorhinein eingerichtet hatten. Gemeinsam lauschten wir hier noch den Liedern, die explizit für die Ermordeten von Hanau, als auch für die des OEZ-Attentats geschrieben wurden und legten Kerzen und Blumen nieder.
Dass die Polizei auch an diesem Jahrestag die Demonstration zwischenzeitlich aufhielt und es sich am Ende nicht nehmen lies noch zwei Festnahme durchzuführen, ist wenig überraschend, aber dennoch mal wieder ein Hohn für alle, die immer wieder auf die Straße gehen und die Namen und das Gedenken in Erinnerung halten.
Wir versuchen auch nach sechs Jahren die Taten des 19.02.2020 nicht zu vergessen!
Erinnern heißt kämpfen!
In Erinnerung an alle Ermordeten rechten Terrors in Deutschland und überall!

















Wann: 17.02 19:00
Wo: Barrio Olga Benario (Schlierseestr. 21)
Wir wollen gemeinsam dem Film “Einzeltäter Teil 3” anschauen und danach gemeinsam Diskutieren was eine Antifaschistische Perspektive für uns bedeute. 6 Jahre nach dem rassistischen Anschlag hat sich nichts geändert. Bis heute werden “migrantische” Personen entmenschlicht, egal ob an den EU-Außengrenzen, bei der rassistischen Polizei oder bei rechten Anschlägen wie in Hanau, die Politik schaut weg. Sie propagiert Rechte/Fremndenfeindliche Ideen und treibt den Rechtsruck im Land immer weiter voran, umso dringender ist es für uns eine Antifaschistische Gegenmacht aufzubauen!

Am 8. März 2026 finden in Bayern – und damit auch in München – Kommunalwahlen statt. Hier werden Bürgermeister:innen und Stadtrat gewählt. Diese Entscheidungsträger:innen beeinflussen die Verwaltung unserer Stadt – von Wohnraum über Bildung, soziale und gesundheitliche Versorgung bis hin zu öffentlichen Sicherheit, Infrastruktur und Kulturangeboten.
In ihrer Wahlpropaganda versprechen alle Parteien für uns – die Stadtbevölkerung und Arbeitnehmer:innen – Verbesserungen. Aber ihre Taten zeigen anderes: immer härtere Sparmaßnahmen auf unserem Rücken.
Die Auswirkungen sind schon jetzt massiv: München ist unbezahlbar – Wohnraum und Freizeitgestaltung sind Luxusgüter. Bildung und gesundheitliche Versorgung sind oft an den Geldbeutel geknüpft. Soziale Hilfen gibt es wenig, und wenn, dann nur mit ewig langer Wartezeit und bürokratischen Hürden. Für viele ist der Zugang zu Hilfen gar nicht erst möglich. Ohne Geld in der Tasche kommt man nicht weit.
Das wird nicht besser, wie die aktuelle Haushaltsplanung der Stadt München zeigt: Allein im Kulturbereich werden weitere 18 Millionen Euro gekürzt. Im Sozialbereich sogar 44 Millionen Euro. 1150 Stellen der Stadtverwaltung sind komplett gestrichen. Als Ursache für die Haushaltskrise werden die Personalkosten der Stadt benannt – ein Hohn, wenn man bedenkt, wer die Stadt am Laufen hält!
Leiden tun wir – die arbeitnehmende Klasse – wie auch die Schwächsten im System.
Die Hilfen für Geflüchtete sollen nach aktuellen Überlegungen sogar komplett eingefroren werden.
Doch warum ist das so? Der Kapitalismus in der Krise!
Kommunalpolitik funktioniert nicht im luftleeren Raum. Wie der gesamte bürgerliche Parlamentarismus in der BRD, ist auch die Kommunalpolitik an die kapitalistische Gesellschaftsordnung, in der wir leben, gebunden. Sie baut darauf auf, dass die wenigen Reichen immer reicher werden, während die Arbeitenden bis hin zum Maximum ausgebeutet werden. Und für jede – vom Kapitalismus selbst verursachte – Krise müssen wir den Gürtel enger schnallen, nie die Reichen. Jede Entlassungswelle, jeder Lohnverzicht, siehe Kürzungen in sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bereichen sind Umverteilungen von unten nach oben. Gleichzeitig steigen die Vermögen der Reichsten weiter. Dass wir alle im gleichen Boot sitzen, ist eine Lüge!
Was folgt: Militarisierung, Überwachung und Rassismus
Stattdessen setzt die Politik auf Militarisierung und Überwachungnach innen und außen, um uns und die Ausgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens leichter kontrollieren zu können. Kameras überall, vermehrte Fahrkartenkontrollen und mehr Polizei und Sicherheitsdienste. Dabei wären die meisten dieser „Vergehen“ verhinderbar, wenn sich die Menschen das Leben leisten könnten, wenn der ÖPNV kostenlos wäre und soziale Angebote Jugendlichen eine Perspektive bieten. Aber das scheint nicht der Plan der Politik zu sein, und deshalb müssen sie uns stärker überwachen und unterdrücken, damit wir nicht aufmucken.
Durch das Propagieren rassistischer und stigmatisierender Vorurteile treibt die Politik die Spaltung unserer Klasse gezielt voran. Bürgergeldempfänger:innen wird Faulheit vorgeworfen, Krankheitstage als vermeintliches „Urlaub nehmen“ deklariert und Geflüchtete als „Migrationstourist:innen“.
Warum? Weil wer gegeneinander schießt, keine Gemeinsamkeiten erkennen kann und sich nicht zusammenschließen wird, um sich als vereinte Masse gegen die Ungerechtigkeiten des Systems zu wehren.
Der Sozialabbau, die Militarisierung und Überwachung und der Rassismus und die Stigmatisierung einzelner Personengruppen sind strukturelle Antworten eines Systems, das seine Krise auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung austrägt und verhindern will, dass wir uns dagegen zusammenschließen, um uns gegen die Zustände zu wehren.
Die Rechten sind keine Alternative!
Im Fahrwasser dieser Entwicklung profitieren die Rechten und Faschist:innen. Sie nutzen die soziale Unsicherheit, das Versagen des Staates und die Politik der Spaltung durch Sozialdemokratie und Co, um Stimmen und Anhänger:innen zu fangen. Indem sie die Probleme, die dieses System und die regierenden Parteien verursachen, auf Dinge wie die Migrantion abwälzen und ganze Menschengruppen – Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Linke – als Feindbild darstellen.
Was vor wenigen Jahren noch als offen faschistisch galt, wird heute wieder akzeptiert – im Parlament, am Stammtisch, in sozialen Medien und auf der Straße. Eine Stimmung im Land, der Taten folgen: Rassistische Übergriffe, Hetze und organisierte rechte Mobilisierungen steigen rasant an.
Die „AfD“ als reaktionärste der etablierten Parlamentsparteien nimmt hierbei eine besonders wichtige Rolle für sie ein. Sie ist ein Sammelbecken vieler Faschist:innen und Rechten und bewegt sich zwischen rechtspopulistischer und faschistischer Politik und gewinnt in der Zeiten der kapitalistischen Krise immer mehr an Aufwind. Dass die anderen Parteien selbst immer mehr mit Rassismus und Ausgrenzung glänzen, tut den Wahlerfolgen der „AfD“ keinen Abbruch.
Denn um zu wachsen, inszeniert sich die „AfD“ als einzige Partei, die für das „einfache Volk“ einsteht, um gegen die aktuellen Umstände etwas zu tun. Doch Grundlage davon sind reines Lügen: Hinter der Fassade einer „Kümmererpartei“ verfolgt die AfD ebenfalls eine Politik, die in keinem Fall die Interessen der arbeitenden Mehrheit stützt, sondern, wie die anderen Parteien auch, die bestehenden Besitz- und Machtverhältnisse schützt. Sie spricht von „Volksnähe“, stimmt aber stets gegen jeglichen Vorschlag, der Armut lindern, Arbeiter:innenrechte schützen oder Mieten begrenzen würde. Sie behauptet, gegen das Establishment zu kämpfen, steht aber Seite an Seite mit jenen Kräften, die von niedrigen Löhnen, militärischer Aufrüstung, Arbeitsverdichtung, Privatisierungen und Sozialabbau profitieren.
Was nun?
Lassen wir uns nicht durch die rassistischen und nationalistischen Parolen gegeneinander ausspielen. Unsere gemeinsamen Probleme, wie steigende Preise, Wohnungsnot, und Sparpolitik lassen sich nicht durch Ausgrenzung und Hetze lösen. Wer nach oben nur immer „Ja“ sagt und nach unten tritt, ist ohne Rückgrat und Stolz. Wer hofft, dass es einem selber besser geht, nur weil es anderen schlechter geht, wird bald feststellen, dass der Schuss nach hinten losgeht. Nicht zwischen „Deutschen“ und „Nicht-Deutschen“, sondern zwischen Arm und Reich – zwischen Kapitalist:innen und Arbeiter:innen – ist der Widerspruch.
Um tatsächliche Verbesserungen für uns alle zu erwirken zu können, reicht das einfache „Wählen gehen“ also nicht aus.Es reicht auch nicht, nur toleranter oder etwas bunter zu sein. Zwar macht es einen Unterschied, ob eine Partei an der Macht, die offene rassistische Hetze verbreitet, den Sozialabbau noch stärker vorantreibt und Rechte für queere Menschen und Frauen zurücknimmt. Aber auch eine scheinbar fortschrittliche Partei wird in diesem System gefangen bleiben und keine nachhaltigen Reformen durchführen können.
Nehmen wir es also selbst in die Hand und stehen für uns und unsere Interessen ein! Nehmen wir den Rechten den Wind aus den Segeln und über lassen ihnen nicht das Ruder.
Für mehr Klassenkampf von unten und eine solidarische Gesellschaft frei von Profiten und Ausgrenzung!
Kommt deshalb zu unseren nächsten Mobilisierungen und Treffen:
19. Februar: Gedenkdemonstration für die Ermordeten des rassistischen Terroranschlags in Hanau – 19 Uhr – Marienplatz
3. März: Unser nächstes Plenum. – 19 Uhr – Barrio Olga Benario (Schlierseestraße 21, München)
7. März: Gegen den Wahlkampfabschluss der AfD – Ort und Zeit folgen
Und am Wahltag mit uns und vielen anderen zum Internationalen Frauenkampftag auf die Straße.
8. März: Demonstration – 16 Uhr – Marienplatz
Hier findet ihr Plakatvorlagen, die ihr nutzen könnt, um im Stadtbild während des Wahlkampfes zu verschönern und den Text in Slights zum Reposten, sowie als Flyer, um ihn zum Beispiel in eurer Nachbarschaft zu verteilen:
Plakatvorlagen zum Drucken (A3):





Slights für SocialMedia:










Hier ist der Text als Flyer:
Vorderseite:

Rückseite:

Sechs Jahre ist es her, dass neun Menschen in Hanau von einem Faschisten ermordet wurden. Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov, sie alle wurden Opfer rechter Gewalt. Auch Ibrahim Akkuş, Überlebender des rechten Terroranschlags in Hanau, starb am 10. Januar diesen Jahres an den Folgen der Tat.
Auch dieses Jahr wollen wir deshalb wieder gemeinsam auf die Straße gehen, um gegen rechten Terror zu protestieren, denn Hanau war kein Einzelfall.
Während rechtes Gedankengut in unserer Gesellschaft immer mehr legitimiert wird, reproduziert die Regierung nach wie vor Rassismus, mit dem tagtäglich so viele Menschen direkt konfrontiert sind. Sei es durch Aussagen des Kanzlers über das sogenannte “Stadtbild”, Nachrichten in rechten Chatgruppen, oder racial Profiling bei der Polizei. Egal ob Hanau, OEZ oder Halle, auch Jahre danach müssen Betroffene dafür kämpfen, dass der Mord an ihren Familienmitgliedern, Freund:innen, oder Bekannten als Handeln mit rassistischem Motiv durch den Staat anerkannt wird.
Auch die Medien sind Teil des Problems. Das Handeln rechter Gesinnungstäter wird legitimiert oder sogar verschwiegen.
Dieses gezielte Wegschauen, sowie das Versagen des Staates machen rassistisch motivierte Taten erst möglich. Angehörige werden hierbei häufig mit ihrem Verlust alleine gelassen, während faschistische Täter:innen oft ohne eine angemessene Strafe davonkommen.
Deshalb fordern wir als antifaschistische Bewegung eine lückenlose Aufarbeitung der Taten und das Sichtbarmachen der Betroffenen von rassistischer Gewalt.
Wir können und wollen uns dafür nicht auf den Staat oder die Polizei verlassen, sondern müssen selbst für eine bessere Gesellschaft kämpfen, um Taten wie diese in Zukunft verhindern zu können. Wir wollen gemeinsam Raum für Erinnerungskultur schaffen und somit für die Personen weiterkämpfen, die es nun leider nicht mehr können. Lasst uns solidarisch, Seite an Seite für eine antirassistische Zukunft einstehen.
Kommt deshalb alle am 17.02.2026 um 19:00 Uhr ins Barrio Olga Benario (Schkierseestraße 21, München-Giesing), um gemeinsam die Doku: “Einzeltäter Teil 3” zusammen anzuschauen
Und kommt anschließend Alle am 19.02.2026 um 18 Uhr zum Marienplatz zu unserer kämpferischen Demo, mit anschließendem Gedenken an die Opfer von Hanau.




8 Jahre, 7 Jahre und 2 Jahre auf Bewährung!
Unsere Antwort: Solidarität und Widerstand!
Die antifaschistische Person Maja wurde heute in Budapest zu 8Jahren Haft verurteilt. Mit ihr wurden in Abwesenheit die deutsche Antifaschistin Anna zu 2 Jahren auf Bewährung und der italienische Antifaschist Gabri zu 7 Jahren Haft verurteilt.
Ihnen wurde vorgeworfen am „Tag der Ehre 2023“ an militanten Angriffen auf Neonazis beteiligt gewesen zu sein. Eine Rücküberstellung zum Absitzen der Haft nach Deutschland ist laut Verteidigung auch nicht abzusehen. Das verwundert uns nicht:
Denn: Maja wurde von der BRD im Sommer 204 schon illegal ausgeliefert. Für die Rückkehr tat sie nichts!
Auf den Staat ist im Kampf gegen Faschist:innen auch kein Verlass. Es macht uns aber wütend!
Unsere Solidarität bekommt ihr nicht klein! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Die Antifaschistische Aktion aufbauen!







Ibrahim Akkuş ist am 10. Januar nach sechs Jahren des Kämpfens an den Folgen des rassistischen Anschlags in Hanau gestorben.
Als in der Türkei lebender Kurde hatte er schon lange vor dem 19. Februar 2020 rechten Terror erlebt. Sein Bruder wurde nach einem abgelehnten Asylantrag 1980 in der Türkei von Faschisten ermordet.
„Ich bin in meinem Leben nur dem Schmerz begegnet“, sagte Ibrahim mal in einem Interview.
Zwei Brüder. Zwei Morde.
8 Schüsse trafen Ibrahim. Er musste mehrfach operiert werden, war monatelang im Krankenhaus und saß wegen des Anschlags für den Rest seines Lebens im Rollstuhl.
Die Wohnung von Ibrahim und seiner Familie ist nicht barrierefrei gewesen.
Die 19-jährige Tochter Sara hat seit des Anschlags Verantwortung übernehmen müssen, weil ihr Vater aufgrunddessen pflegebedürftig war. Mutter und Tochter mussten die Pflege jahrelang ganz alleine stemmen.
Die Hintergründe vom 19. Februar sind dank der Initiative Angehöriger und Freunde mittlerweile umfänglich bekannt. Die verschlossene Tür des Ladens, rechtsradikale Beamte im Einsatz der Tatnacht und der unbesetzte Notruf. Die Liste ist lang. Darum der dringende Rat an alle, die damit nicht vertraut sind, nochmal hier alles nachzulesen: https://19feb-hanau.org/wp-content/uploads/2021/02/Kette-des-Versagens-17-02-2021.pdf
Doch unsere Kritik beginnt nicht erst bei der Tür.
Denn auch die Tat begann nicht erst am 19. Februar. Der Täter war Mitglied eines Schützenvereins und hatte einen Waffenschein. Er hat 2018 eine Prostituierte mit Waffen bedroht, woraufhin sie die Polizei rief.
Die Polizei hat wegen der Waffen nicht ermittelt oder sie gesucht. Gegen die Prostituierte wurde aber wegen eines Joints ermittelt. Die Polizei in München sagte, der Täter war ihnen “bekannt und auffällig”.
Warum hatte also niemand den Täter auf dem Schirm?
Warum hat niemand den Vater des Täters auf dem Schirm?
Sara Akkuş sagt, der Vater begnetet ihr immer wieder in Kesselstadt. Serpil Temiz-Unvar – Ferhat Unvars Mutter – hat Angst vor dem Vater. Er tauchte immer wieder vor ihrer Wohnung auf. Sie hat die Behörden mehrfach verständigt. Die meinten, sie soll doch umziehen.
Alle Überlebenden und Angehörigen haben ähnliche Geschichten.
Den Behörden ist das alles egal.
Kein Beamter wurde entlassen. Niemand übernahm Verantwortung für das Notrufdesaster. Es gibt keine juristischen Folgen. Keine richtige Aufklärung, keine Konsequenzen.
Warum?
Weil dieser Staat kein Interesse daran hat, etwas zu ändern.
Sie wollten Ibrahims Bruder 1980 nicht schützen.
Sie wollten am 19. Februar 2020 niemanden schützen.
Nach der Tat wollten sie Ibrahim und seine Familie nicht unterstützen, ihnen war es egal ob er die letzten sechs Jahre seines Lebens gelitten hat,
dass Ibrahim die 9 Quadratmeter seines Zimmers kaum verlassen konnte,
Dass aufgrund des 19. Februar 10 Menschen sterben mussten. Egal.
Wir wollen den Fokus des heutigen Text bei Ibrahim belassen. Vater, Geflüchteter, Ehemann und Arbeiter. Seine Geschichte ist eine des Schmerzes. Ein Zustand der sich nach dem Anschlag des 19. Februar drastisch verschlimmerte. Sein Leben bestand aus Einsamkeit, Armut und großem Leid. Er sorgte sich viel um seine Familie
„Ich bin in meinem Leben nur dem Schmerz begegnet“, sagte er.
Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat gesagt, Ibrahims Schicksal sei “Mahnung und Auftrag zugleich”.
Die Stadt werde “weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben”, sagte Kaminsky.
Die Worte des SPD Politikers sind weder Trost, noch Hilfe.
Seine Partei will trotzdem weiterhin abschieben. Außerdem haben sie kürzlich das Rentenpaket beschlossen, das ganz klar auf dem Rücken derer lastet, die schon wenig Rente bekommen. Besonders betroffen davon sind Migrant*innen. Das deutsche Institut für Altersvorsorge bestätigt: “Obwohl immer mehr Ausländer in das deutsche Rentensystem einzahlen, sind die Rentenbezüge für diese Gruppe im Durchschnitt deutlich niedriger als die Renten für deutsche Ruheständler.”
Beschlüsse wie diese machen das Leben schwerer für Menschen wie Ibrahim. Denn obwohl er 46 Jahre lang in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, war er von Armut betroffen.
Er hatte so viele Gründe um entmutigt, ohne Hoffnung und wütend zu sein.
Mindestens genauso viele Gründe haben wir, um weiterhin für Ibrahims Werte einzustehen und zu kämpfen!
Lasst uns zusammen am 19. Februar den 10 Ermordeten gedenken.
Wir wollen zusammen an Ibrahims Leben denken und seine Kämpfe ehren.
Am 19. Februar auf die Straße!

Antifaschisitsche Strategie & Taktik auf dem Prüfstand – heute: Widersetzen
Wäre heute Bundestagswahl, wöre nach den meisten aktuellen Umfragen (bspw. INSA 10.01.2026) die AfD stärkste Kraft. Die Frage einer tatsächlichen Regierungsbeteiligung ist mehr eine Frage der Zeit als eine Frage der Möglichkeit. Der AfD ist es gelungen sich in großen Teilen unserer Klasse als Opposition zu den bestehenden Verhältnissen zu inszenieren. Die aktuelle Regierungspolitik der selbsternannten Mitte mit Klassenkampf von Oben, mit Sozialkürzungen inklusive klassenfeintlicher Rhetorik und Kriegsgeheul verstärkt dieses Schauspiel.
Es drängt sich also die Frage auf, wie wir die Zeit, die noch bleibt und mit unseren begrenzten Resourcen am besten nutzen, um den Rechtsruck wieder zurück zu drängen.
Widersetzen hat das für sich entschieden. Seit der Gründung des Aktionsbündnisses 2024 organisieren sie symbolische Massenproteste rund um große AfD-Parteitage. Beeindruckend viele Menschen beteiligen sich an den Aktionen. Die Aktivist:innen schaffen es einzelne Anreiserouten zu blockieren und Veranstaltungen zu verzögern. Aber selbst wenn es gelingt die Parteitage zu blockieren, reicht das aus die AfD und den Rechtsruck aufzuhalten? Oder geht es nicht schon längst um mehr?
Wir wollen uns einen Abend Zeit nehmen um gemeinsam über Ziele und Strategie von Widersetzen zu sprechen. Und zu überlegen, in welchem Verhältnis diese zu dem stehen, was wir in den aktuellen Zeiten als Ansatzpunkte im antifaschistischen Kampf für notwendig erachten.