In Gedenken an die Ermordeten des rechten Terroranschlags in Hanau! Demonstration und Kundgebung!

Sechs Jahre seit dem rechten Terror in Hanau, sechs Jahre ohne Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – mehr als einen Monat ohne Ibrahim Akkuş.

Mit in der Spitze 500 Menschen haben wir uns heute gemeinsam in München den Ermordeten vom 19. Februar 2020 gedacht, unsere Wut rausgelassen und uns gegenseitig unsere Solidarität und Kollektivität gezeigt. Diese Kollektivität zeigt sich auch in den Organisationen und ihren Redebeiträgen, die an der Demonstration teilnahmen. Die DGB Jugend und der AK Ver.di gegen Rechts verdeutlichten in ihren Rede dass die Spaltung unserer Klasse nicht zwischen vermeintlich “Deutschen” und Nicht-Deutschen”, sondern zwischen unten und oben verläuft und wir in unseren Schulen, Unis und Betrieben gemeinsam gegen Rassismus stehen müssen. Der Internationale Jugendverein und das kurdische Gesellschaftszetrum sprachen über die Auswirkungen von Rassismus. Wir – als Antifaschistischer Stammtisch München – betonten die Notwendigkeit einer dauerhaften und ernsthaften antifaschistischen und antirassistischen Organisierung. Mit Sibel Leyla sprach die Mutter des Ermordeten Can Leyla von der “Initative München OEZ erinnern” und zeigte sehr kämpferisch ihre Wut und Trauer. Waseem rappte am Ende seinen Song “Für immer” in Erinnerung an Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda. Denn dieses Jahr, jährt sich am 22. Juli auch der rechte Terroranschlag auf das Münchner Olympia-Einkaufszentrum zum zehnten Mal. Gerade deshalb war es uns in diesem Jahr besonders wichtig die Kontinuität rechten Terrors zu verdeutlichen. Denn rechter Terror ist kein Einzelfall, sondern kontnuierlich und sein Ursprung liegt im System dieser kapitalistischen Gesellschaftsordnung.  

In diesem Jahr werden wir daher auch in den nächsten Monaten besonders dazu arbeiten. Alle gemeinsam wiederholten wir die Namen der zehn Verstorbenen aus Hanau und der neun Ermordeten des Olympia Einkaufszentrum. Wir zeigten unsere Einheit im antifaschistischen Kampf.

Während der Demonstration zeigten Antifaschist:innen zehn leuchtende Gedenkschilder für Gökhan, Sedat, Said, Mercedes, Hamza, Vili Viorel, Fatih, Ferhat, Kaloyan und Ibrahim. Außerdem wurde an einer Brücke mit einem Banner, dessen Inhalt “Erinnern heißt Kämpfen – Von Hanau bis nach München – Gegen rechte Gewalt” ein Zeichen im Stadtbild hinterlassen, welches von Feuerwerk untermalt war.

Am Ende der Demonstration erwartete uns ein Gedenkort mit den Porträts der zehn Verstorbenen und einem aufgehängten Transparent (“In Gedenken an die Opfer rechter Gewalt”), welche Antifaschist:innen im Vorhinein eingerichtet hatten. Gemeinsam lauschten wir hier noch den Liedern, die explizit für die Ermordeten von Hanau, als auch für die des OEZ-Attentats geschrieben wurden und legten Kerzen und Blumen nieder.

Dass die Polizei auch an diesem Jahrestag die Demonstration zwischenzeitlich aufhielt und es sich am Ende nicht nehmen lies noch zwei Festnahme durchzuführen, ist wenig überraschend, aber dennoch mal wieder ein Hohn für alle, die immer wieder auf die Straße gehen und die Namen und das Gedenken in Erinnerung halten.

Wir versuchen auch nach sechs Jahren die Taten des 19.02.2020 nicht zu vergessen!

Erinnern heißt kämpfen!

In Erinnerung an alle Ermordeten rechten Terrors in Deutschland und überall!